Das Magazin Falstaff kürte die besten österreichischen Rotweine
Wein und Rang
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Tiefrot wie Blut fließt der 2003er Blaufränkisch Point vom burgenländischen Winzer Andi Kollwentz ins Glas. Er verströmt im Nu eine reiche gefächerte Aromatik nach dunklen Beeren, Kirsche, ein bisschen Veilchen und einem Hauch von Vanille. Der Wein betört die Sinne. „Idealer Begleiter zu Wild und Fleischpasteten“, notiert die Expertenjury, die im Auftrag des österreichischen Weinmagazins „Falstaff“ unter insgesamt 1 500 Rotweinen die besten Gewächse in diversen Kategorien gekürt hat. Der Blaufränkische von Kollwentz siegte in der Sondergruppe der „Reserve-Trophy“; er kostet ab Hof um 34 Euro. Auf den zweiten Rang punktete die Jury den 2003 Salzberg von Gernot Heinrich (48 Euro), einem weiteren Spitzenwinzer aus dem Burgenland. Platz drei errang Albert Gesellmann aus Deutschkreutz im Mittelburgenland für den 2002er „G“ (49 Euro).
Das Ergebnis der Rotweinprämierung war naturgemäß ein Triumph für die burgenländischen Winzer. Nach dem sich über sechs Wochen hinziehenden Verkostungsmarathon wurde der 2004 Blaufränkisch Ungerberg von Paul Achs aus Gols (35 Euro)zum Falstaff-Sieger 2006 ausgerufen. Judith Beck, ebenfalls aus Gols am Neusiedler See, erreichte für ihren 2004 Judith (26 Euro) die zweitmeisten Punkte. Den dritten Platz teilen sich zwei Winzer: Claus Preisinger aus Gols mit dem 2004 Pannobile (21 Euro) und Silvia & Georg Prieler aus Schützen mit dem 2004 Leithaberg Rot (21 Euro).
Den Zweigelt Grand Prix 2005 entschied Johannes Trapl aus Stixneusiedl im niederösterreichischen Anbaugebiet Carnuntum mit dem 2005 Zweigelt Rubin Carnuntum für sich (10 Euro) – zur Überraschung aller gegenüber den eigentlich favorisierten Weinen aus der Zweigelt-Metropole Gols. Zwei seiner Göttlesbrunner Kollegen, nämlich Franz Netzl mit dem 2005 Zweigelt Rubin Carnuntum Selection (9,50 Euro) und Franz Taferner mit dem 2005 Zweigelt Rubin Carnuntum Haidacker (10 Euro) sicherten sich die Ränge zwei und drei. Trapl punktete auch in der Kategorie Blaufränkisch, wo er mit dem 2004 Spitzerberg (17 Euro) den zweiten Platz belegte, hinter Achs und dessen Ungerberg, der ja auch mit diesem Wein zum Gesamtsieger ausgerufen worden war. Rang drei: 2004 Blaufränkisch Steineiche von Paul Lehrner aus Horitschon im Mittelburgenland (14,90 Euro).
In der Kategorie Cabernet Sauvignon siegte die Familie Fiedler aus Mörbisch am Neusiedler See mit ihrem 2004er (15,70 Euro), gefolgt von Gerald Malat aus Palt im Kremstal mit dem 2004er Reserve (23 Euro) sowie dem Weingut Wellanschitz aus Neckenmarkt im Mittelburgenland mit dem 2004 CS Rüsselgrund (14 Euro). Zum Sortensieger beim Merlot kürte die Jury den 2004er von Erich Scheiblhofer aus Andau am Neusiedler See (19 Euro). In der Gruppe Pinot Noir siegte Schloß Halbturn vom Neusiedler See mit seinem 2004er (36 Euro). Günther Dopler aus Tattendorf, Thermenregion errang den Gruppensieg mit seinem 2004er St. Laurent (11,50 Euro). Den besten Syrah machte laut Jury Gernot Leitner aus Gols mit dem Jahrgang 2004 (18,50 Euro).
Schließlich suchten die Juroren nach den besten Cuvées von 2004 und vergaben in dieser Gruppe folgende Preise: Rang eins fiel auf Judith Beck und Ihren „Judith“, mit dem sie zugleich zweiter Falstaff-Sieger geworden ist. Rang drei belegte das Geschwisterpaar Prieler mit dem Leithaberg Rot – parallel zum dritten Platz in der Falstaff-Gesamtgruppe. Platz drei ging an Hans Igler und dessen „Ab Erico (27 Euro), gefolgt vom Leithaberg der Familie Anna und Hans Nittnaus aus Gols (22 Euro) sowie der Cuvée Neptun Best of 2004 vom Winzerhof Landauer-Gisperg aus Tattendorf in der Thermenregion (12 Euro).
Peter Moser, der Chefredakteur von Falstaff und Leiter der Jury, sprach von einer „erfreulichen Entwicklung“ und meinte damit, dass die österreichischen Rotweinwinzer inzwischen auch international eine starke Rolle spielen. Das gilt zum einen für reinsortige Kreszenzen wie etwa den zum Kultwein avancierten Blaufränkisch; hier brillieren neben den Fallstaff-Siegern auch Ernst Triebaumer mit seinem „Mariental“ und Reinhold Krutzler mit der „Reserve“ sowie der Lage „Weinberg“. Cabernet Sauvignon, St. Laurent, Zweigelt und Pinot noir sind weitere Solitäre. Zum anderen reüssieren die Winzer mit ihren Cuvées, also nach Bordeaux-Muster angelegten Verschnitten, bei denen in der Regel entweder der Cabernet Sauvignon oder der Blaufränkisch als Hauptsorte dominiert. |
| Quelle: Franz von Bruck |
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