Champagner-Steckbriefe von Marken und Sorten
Ayala bis Veuve Clicquot, inklusive Geheimtipps
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Ayala: Das in Ay residierende, der breiten Öffentlichkeit wenig bekannte Haus steht für klar strukturierte Cuvées von weiniger Finesse. Finesse zeichnet den langlebigen Blanc de Blancs aus (Heublumen, Mineralien, Zitrus, Hauch Brioche), Eleganz haben die Jahrgangscuvées. Bezug: Fachhandel (Info: www.champagne-ayala.fr )
Bollinger: Kraftvolle Champagner von betont weiniger Art. Unter „R.D.“ werden ausgereifte Jahrgangschampagner vermarktet. Eine Rarität ist der markante, ja wuchtig angelegte „Vieilles Vignes Francaises“, ein in Kleinstmenge produzierter Blanc de Noirs, der nur aus roten Pinot-Trauben gekeltert wird. Bezug: Fachhandel.
Chartogne-Taillet: Kleines, feines Winzerhaus in Merfy nahe Reims, erzeugt pro Jahr um die 80 000 Flaschen. Unprätentiöse Stilistik mit Cuvées von klarer Fruchtigkeit. Ein delikater Aperitif ist die Cuvée Sainte Anne, Rasse zeichnet den Rosé aus, komplexe Textur hat die Prestige-Cuvée namens Fiacre Taillet. Bezug: Paulson Rare Wine, Waldkirchen (Info: www.rare-wine.com )
Cattier: Angesehenes Winzergut in Chigny-les-Roses mit einer Jahresproduktion von rund 500 000 Flaschen. Der von roten Rebsorten geprägt Stil vereint Rasse mit Finesse. Großartig ist die überwiegend mit roten Trauben gekelterte Cuvée „Antique“: klare Textur mit sanftwürziger, reicher, dicht gewobener Aromatik und ziseliertem Pinot-Charakter. Bezug: Weinkontor Freund in Borgholzhausen (Info: www.weinkontor-freund.de )
Deutz: Klare Stilistik – fruchtig, schlank, elegant - prägen die Cuvées des mittelgroßen Hauses in Ay (rund eine Million Flaschen pro Jahr). Basis ist der Brut Classic, komponiert aus je einem Drittel Pinot Noir, Meunier und Chardonnay), ein feiner Aperitif. Rasse und Eleganz kennzeichnet den 2002 Blanc de Blancs – ein Chardonnay-Juwel mit Brillanz. Vielschichtige Raffinesse ist die Haupttugend der „Cuvée William Deutz“ vom Jahrgang 1998 (ideal zu Kaviar und Meeresfrüchten bis hin zu Sushi). Zu den feinsten Cuvées der Champagne zählt der „Amour de Deutz“ 1999: subtile Finesse macht jeden Schluck dieses Blanc de Blancs zu einem privaten Weltereignis. Bezug: Fachhandel. (Info: www.segnitz.de )
Pascal Doquet: Firmierte früher unter „Doquet-Jeanmaire. Setzt auf biologischen Anbau, erzeugt werden pro Jahr um die 125 000 Flaschen - mit Ausnahme des Rosé überwiegend lupenreine Blanc de Blancs von brillanter Klarheit und Stilistik. Der grazil nuancierte Brut Grand Cru enthält Grundweine aus besten Jahrgängen. Eine Pracht-Cuvée ist der 1990er Blanc de Blancs Premier Cru. Rasse und Anmut zeichnen auch den 1998er aus. Bezug: Fachhandel und Alpina in Buchloe (Info: www.alpina.de )
Dom Perignon: Bis vor kurzem die Prestige-Cuvée von Moet et Chandon, jetzt eigenständig mit Sitz in der Abtei Hautvillers. Jahrgangschampagner in Weiß sowie Rosé. Stil: reich, elegant. Sehr teuer. Bezug: Fachhandel.
Drappier: Kleines und feines Haus, macht gediegene Champagner von weiniger Klasse mit langem Leben. Prestige-Produkt ist „La Grande Sendrée“, ein feinwürziger Charmeur mit gutem Preis-Güte-Verhältnis. Applaus verdient auch der Blanc de Blancs (Name für Champagner, die nur aus der Rebsorte Chardonnay gekeltert sind.). Nette Vignette: Charles de Gaulle war und Jean-Paul Belmondo ist ein Fan dieser Marke. Bezug: Fachhandel und Import M. Ohms (Info: www.Der-Franzoesische–Weinkeller.de )
Gosset: An hoher Qualität orientiertes Haus in Ay (rund 800 000 Flaschen); macht kräftigen Champagner von weiniger, dichtfruchtiger Art mit Rasse und Eleganz. Ausgezeichnet die komplexe und raffinierte „Grande Reserve“, die deutlich eine Stufe über dem normalen Brut angesiedelt ist. Die Prestige-Cuvée heißt „Célébris“: weinig betont, kraftvoll, geschmeidig, lange lagerfähig. Sehr delikat ist auch der prachtvolle Célébris Rosé. Bezug: Fachhandel (Info: Hübner & Partner www.HuP-PublicRelations.de )
Charles Heidsieck: Sitz in Reims. Cuvées von distinguierter Fülle. Der respektable Anteil von bis zu 40 Prozent Reserveweinen im Standard-Brut erklärt die speziellen, von getrockneten Früchten, Honigbrot und Vanille geprägten Reifenoten. Kraft, Rasse und Eleganz kennzeichnen die Jahrgangscuvées. Bezug: Fachhandel (Info: www.maxxium.de )
Piper Heidsieck: Der Stil des in Reims ansässigen Hauses hat sich im letzten Jahrzehnt gewandelt. Die ursprünglich eher spröden Cuvées haben an Fülle zugelegt und sind komplexer geworden, haben jedoch in der großen Linie die klassische Piper-Note behalten: die geradlinige Fruchtigkeit mit gefälligem Schmelz. Die Cuvée Rare hat einen vollen Körper und verbindet elegant Frucht mit Würze. Bezug: Fachhandel. (Info: www.maxxium.de )
Jacquart: Sitz dieser Genossenschaft mit rund 800 Winzern und entsprechend weitgefächertem Weinbergsbesitz ist Reims. Die Standard-Cuvée Mosaique Brut hat fruchtige Rasse. Der Mosaique Blanc de Blancs 1998 mit seiner vielschichtigen Aromatik nach Zitrusfrüchten, Blüten, Nüssen und leicht geröstetem Weißbrot passt gut zu Meeresfrüchten. Fruchtig mit fleischiger Note und etwas üppig nach roten Waldbeeren nebst Gewürzen präsentiert sich der Mosaique Rosé. Kraft und Eleganz kennzeichnen den Brut de Nominée mit seiner kremigen Reife, einer Mitgift der Reserveweine. Bezug: Fachhandel. (Info: Jacquart in Wiesbaden, Fax: 06122/609030)
Krug: Klassiker des muskulösen und dabei eleganten Stils in Reims (unter dem Firmendach von Veuve Clicquot). Die Klasse hat nachgelassen, seit Henri Krug nicht mehr im Keller aktiv ist. Rar und sehr teuer ist der „Clos de Mesnil“, ein Lagen-und Jahrgangs-Chardonnay seit 1979, dem Erstling. Das Flaggschiff des Hauses ist die Grande Cuvée: weinige Fülle, vielschichtig, aber auch teuer - und es kommen einem immer noch überlagerte Flaschen unter. Bezug: Fachhandel.
Lanson: Das in Reims ansässige Haus ist bekannt für seine rassigen Cuvées – das Ergebnis hochwertiger Basisweine sowie der Verzicht auf die Malo. Als Klassiker im Hause gilt der Black Label, ein Brut von lebhaft herber Frische. Nach wie vor über grazile Finesse verfügt der Brut Rosé mit seinem delikaten Bukett nach roten Beeren und ein bißchen Rose. Bezug: Fachhandel (Info: Borco-Marken-Import in Hamburg, Tel. 040/85316152)
Larmandier-Bernier: Winzerkeller in Vertus. Durch Finesse besticht der Blanc de Blancs aus Premier Cru-Lagen: geschmeidige Fülle, rund und angenehm cremig mit Aromen nach weißer Mandel nebst einem aparten Hauch von Brioche - und freundlichem Preis von 26 Euro. Bezug: Fachhandel und Import M. Ohms (Info: www.Der-Franzoesische–Weinkeller.de )
Mailly: Renommierte kleine Genossenschaft, arbeitet individuell und auf hohem Niveau. Die Cuvées sind deutlich von roten Trauben geprägt. Es gibt auch einen Blanc de noir von exzellenter Qualität: dicht gewoben, kompakt und konzentriert, feingewürzig mit Aromen nach roten Früchten, Apfelquitte, Vanille. Charaktervoll sind auch die anderen Sorten. Bezug: Fachhandel (Info: Rindchen’s Weinkontor in Bönningstedt, Fax: 040/55620220)
Moët & Chandon: latzhirsch in der Champagne (die Jahresproduktion liegt bei schätzungsweise 35 Millionen Flaschen). Die Standard-Cuvée ist von schwankender Güte, der Rosé vordergründig beerig bis marmeladig. Sehr achtbar sind die Jahrgangs-Cuvées. Bezug: Handel.
Nicolas Feuillatte: Flaschenmillionär in Chouilly (Jahresproduktion um die 8,3 Millionen Bouteillen) mit weit gefächertem Sortenprogramm. Neben einer individuell angelegten Grand Cru-Serie à la Ambonnay, Cramant, Ay, Chouilly, Verzy, Le Mesnil sowie einem brillant strahlenden Blanc de Blancs reüssiert die Genossenschaft mit einer „Palmes d’Or“ getauften Prestigecuvée in Weiß und Rosé von eleganter Stilistik – der 1997er weiße Brut tänzelt wie ein Fred Astaire elegant, charakterstark und finessig über die Zunge. Bezug: Fachhandel (Info: Mack & Schüle www.weinwelt.de )
Joseph Perrier: Im Jahre 1825 gegründet und seither in Chalons-sur-Marner ansässig, zählt das Haus zu den großen Unbekannten (Jahresproduktion um die 600 000 Flaschen). Kenner wissen freilich um die hohe Güte der Cuvées vom Royale Brut über den Blanc de Blancs und den Rosé bis zum Millésime 1998 (49 Prozent Chardonnay, 43 Prozent Pinot Noir, 8 Prozent Meunier). Der Stil ist geprägt von den roten Pinots aus hauseigenen exzellenten Lagen, die Cuvées glänzen durch fein ziselierte Frucht und Eleganz, sie sind großzügig und ausgeglichen bei komplexer Aromatik. Bezug: Fachhandel (Info: Bernard-Massard Sektkellerei www.bernard-massard.de )
Perrier Jouet: International populär wurde das 1811 in Epernay gegründete Haus vor allem durch die Cuvée Belle Epoque in der 1902 vom Jugendstilkünstler Emile Gallé kreierten Flasche mit dem swingenden Anemonen-Motiv. Der Stil ist gekennzeichnet durch fruchtige Finesse. Der Grand Brut besticht mit Noten von Blüten und weißem Pfirsich nebst etwas Zitrus und einem cremigen Hauch von Brioche. Bezug: Fachhandel.
Pol Roger: Klassiker aus Epernay. Fruchtiger Stil, klar in der Struktur, elegant. Dichte Aromatik, wuchtig im besten Sinne ist die Prestige-Cuvée „Sir Winston Churchill“, einer der besten Champagner überhaupt. Diese Top-Cuvée, 1984 erstmals als Hommage an Churchill vom Jahrgang 1975 kreiert, ist lange haltbar, ein Ideal für Liebhaber des mächtigen fleischigen Stils. Bezug: Fachhandel.
Pommery: Das in Reims in verkitschter Neogotik residierende Haus hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Früher, unter Prince Alain de Polignac, dem gerechten Önologen, war der Pommery-Stil ein Genuß für Kenner: vertikal anstelle von breit, finessig anstelle von wuchtig – und bei aller Grazie dennoch komplex in der Aromatik und langlebig obendrein. Über diese Tugenden verfügt die Prestige-Cuvée namens Louise: schlanke Aromatik in einem finessigen, gleichwohl fest strukturierten Körper. Gleiches gilt für die Louise Rosé. Bezug: Handel.( Info: Vranken Pommery, www.pommery.fr )
Louis Roederer: Das Haus für Eleganz, ansässig in Reims. Der „Brut Premier“, ist eine der besten Cuvées ohne Jahrgang, fein nuanciert, klar, frisch, fruchtig, rassig, animierend, jederzeit mit Freude zu trinken. Groß ist der „Cristal“, die erste, 1876 für den Zaren kreierte Prestige-Cuvée in der transparenten Kristallflasche. Ein Hochgenuss ist der inzwischen legendäre 1990er Cristal, ein Jahrhundertchampagner. Ein florales und weiniges Bukett nach Blüten, Aprikosen, Nuß, Weißdorn, etwas Zitrus und sanft geröstetem Weißbrot zeichnet den Blanc de Blancs aus, ein weiteres elegantes Kaliber im Programm von Roederer. Bezug: Fachhandel (Info: Schlumberger in Meckenheim www.schlumberger-onwine.de )
Ruinart: Das in Reims ansässige Haus hat wunderschöne, unter Denkmalschutz stehende Kalksteinkeller aus galloromanischer Zeit (die sogenannten „Crayeres“). Es begeistert den Kenner durch feine Cuvées, die grazil in der Stilistik sind und zugleich fest im Geschmack. Die Cuvées sind deutlich vom Chardonnay geprägt. Rasse haben die „R“-Cuvées, Spitze ist der „Dom Ruinart“ als Blanc de Blancs sowie als Rosé. Bezug: Fachhandel.
Taittinger: In Reims zu Hause, setzt auf weichen Stil. Der Brut Réserve ist geschmeidig angelegt mit floralen Noten, etwas füllig, ausgewogen. Die Jahrgangscuvée hat ein delikat nuanciertes Bukett (Blüten, Äpfel, Nuß, ein bißchen Brioche), ist rund und finessig. Immer wieder eine grandiose Kreation ist der 1950 erstmals aufgelegte Comtes de Champagne mit komplexem Körper, reicher und zugleich subtil gefächerter Aromatik. Ein kleiner Teil der Grundweine, um die vier bis sechs Prozent, wird in kleinen Fässern aus neuem Holz ausgebaut (Barriques); das festigt die Struktur und gibt der Cuvée zusätzlich eine aparte vanillige Würze. Ein Blanc de Blancs der Sonderklasse, der zudem gut altert. Bezug: Fachhandel (Info: Wein Wolf in Bonn www.weinwolf.de )
Veuve Clicquot Ponsardin: Sitz in Reims, erzeugt pro Jahr um die 16,5 Millionen Flaschen. Schwankende Qualität beim jahrgangslosen Standard-Brut. Die finessig und eher zart als wuchtig angelegte Prestige-Cuvée heißt sinnig La Grande Dame: eine Hommage an die legendäre Nicole-Barbe Clicquot, die nach dem Tode ihres geliebten Mannes im Jahre 1805 die Führung des Hauses übernahm und sich als begabteste der Champagnerwitwen etablierte. Bezug: Handel.
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| Quelle: August F. Winkler |
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