Zitate aus der Presse:
FAB feiert Jubiläum
Spätestens beim Auftritt des schlechtesten Moderators im deutschen Fernsehen, Manuel Werner, wünschte man sich eine Fernbedienung. Werner präsentiert eine Restaurantsendung (ars vivendi) und schmatzt vor laufender Kamera. (Honza Klein)
aus: Die Welt / 03. Februar 2001 -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Manuel Werner tafelt auf tv.berlin
"Die sonore Stimme, die einzigartige Sprachgeschwindigkeit, die unverwechselbare Wortwahl - Manuel Werner ist Kult. Deshalb sucht die BZ jetzt die besten Werner-Imitatoren."
aus: BZ / 02.April 2009
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Weitermachen. Jetzt erst recht!
Mit Kritik an seiner Person hat er keine Probleme und seine schrullige Art hat ihm Kultstatus beschert: Manuel Werner ist mit "Ars Vivendi“ eines der Aushängeschilder von FAB.
Manuel Werner ist ein Mann der gehobenen deutschen Sprache, der manchmal so spricht, wie andere Menschen nicht mal schreiben. Wem der Name Manuel Werner nichts sagt, muss sich nicht wundern. Bei deutschen TV-Moderatoren gibt es eine Regel: Meistens kennt man ihre Namen, sie sehen aber dafür fast alle gleich aus. Wenn man nicht richtig hinguckt, hat man schon wieder Markus Lanz mit Kai Pflaume verwechselt. Manuel Werner ist die Umkehrung dieser Regel. Ein Mann, dessen Namen nicht so viele kennen, den aber jeder sofort wiedererkennt, der schon mal beim Zappen bei FAB hängen geblieben ist. Manuel Werner ist der Mann mit dem Schnauz, den silbernen Haaren und dem Gesicht in permanenter Kaubewegung. „Ars Vivendi“ ist die vermutlich älteste Gastroshow im deutschen Fernsehen. Das Konzept: Werner stellt Einrichtungen der „gehobenen Ess-, Trink- und Hotelkultur“ vor und lässt sie in gutem Licht dastehen. Die Restaurants heißen „Brasil Brasileiro“ oder „Marzahner Krug“ und befinden sich meist abseits der einschlägigen Bezirke. Werner lässt sich von einer Kamera begleiten und erzählt in atmosphärisch-getragenem Voiceover, was er erlebt, gesehen, gegessen hat. Dabei sieht man ihn andächtig kauen, den Kopf schieflegen, anerkennend nicken und einer Tischdame zuprosten. Und dies bereits in mehr als 800 Etablissements, seit 1997. (....) In der Berliner Restaurantszene ist Werner ein Star. Auf seiner Homepage bedanken sich Gastronomen: Seitdem er bei ihnen war, sei alles anders. Und die Zuschauer? Sie können sich bei „Ars Vivendi“ einen der letzten deutschen Fernseh-Anarchos angucken. Manuel Werner trinkt Schnäpse vor der Kamera, läuft rot an, wenn das Essen zu scharf war, darf Füße in die Kamera halten und nach dem Tequila so tun, als müsste er aus dem Restaurant torkeln. Früher, sagt Werner, hatte er Angebote großer Sender. Weil er ein Macher war, weil er ab 1985 die Sendungen „Nachtschau“ und „Rockschock“ auf dem Mischkanal produzierte, dann Gesellschafter von FAB wurde, weil er ungewöhnliche Magazinsendungen machte, Mischungen aus Partnerwahl, Horoskop und Rockband-Porträts. Werner hatte stets abgelehnt, weil er keine Lust hatte, „mir von durchgeknallten Redakteuren mit Profilneurose sagen zu lassen, was ich zu tun habe“. Vielleicht hätte er woanders große Karriere gemacht. „Ars Vivendi“ wäre schon lange abgesetzt. Vielleicht hätte irgendwann jemand gesagt, der Schnauz müsse weg, und im Krankheitsfall hätte es eine Vertretung gegeben, und die Szene im Krankenhausbett wäre nie ausgestrahlt worden. Die große Karriere ist Auslegungssache. Manuel Werner hat die größtmögliche Karriere bei einem Sender wie FAB gemacht. „Tschüss, ihr Lieben“, sagt Manuel Werner nach jeder Sendung. Wer sich angesprochen fühlt, weiß warum.
aus: Tagesspiegel / 01. Februar 2009 ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Man mag ja immer
(...) Einfallslose Kameraführung, verwackelte Bilder, verkrampfte O-Töne: "ars vivendi" macht mit seiner Amateur-Ästhetik den Schülersendungen des Offenen Kanals Konkurrenz.
aus: TAZ / 18. Mai 2002
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Ein großes Lob! "Ich liebe seine Sendungen, nicht weil ich FAB gerne schaue, sondern weil man immer und immer wieder an seinen grandiosen, zwar leicht amateurhaften, aber doch süffisanten Sendungen hängen bleibt und noch Fernsehen genießen kann, wie man es mag, nicht nur durch den Magen. Nebenbei lernt man wunderbare Gastro-Etablissements kennen, wie das KYO in Mitte. Ich hoffe, diese Art von Sendungen und Personen bleiben uns auch in Zukunft erhalten. Ich wünsche es Manuel Werner!"
Zuschauerkommentar von "akula" / 01.02.09 __________________________________________________________
Keine Alternative zu Ars Vivendi "Wem die Sendung nicht passt muß sie nicht sehen, alle Fernsehgeräte können abgeschaltet werden bzw. den Sender wechseln. Ars Vivendi hat mir und vielen Freunden in den letzten Jahren immer wieder interessante Restaurants vorgestellt die wir dann auch besucht hatten. Wir waren jeweils in der Lage, aus den Berichten die für uns relevanten Daten herauszuziehen und selbst zu entscheiden, ob ein Besuch für uns in Frage kommt oder eher nicht. Ganz klar: vernichtende, direkte Kritik am Restaurant oder dem Personal ist nicht möglich bei bezahlten Vorstellungen, aber die von Manuel Werner gewählten Beschreibungen lassen ganz klar erkennen, wie er die Lokalität selbst einschätzt. Es gab auch "Verrisse" die wir mal aufsuchten um zu sehen ob es wirklich ein Verriss war, es passte! Wem die "Restaurantshows" der großen Privatsender lieber sind, wo vor und nach jeder der 15 Werbeunterbrechungen die bisher gezeigten Szenen wiedergekäut bzw. die kommenden angerissen werden sollte bei Ars Vivendi nicht reinschalten. Dafür reicht es dann halt nicht. Macht auch nix, denn ich bin heilfroh, dass ich auch in den vorgestellten Restaurants / Hotels ohne lange Warteliste einen Tisch / ein Zimmer reservieren kann und die Preise nicht explodieren weil die kulinarischen Kreti & Pleti plötzlich Schlange stehen! Machen Sie weiter Manuel Werner, lassen Sie sich nicht beirren. Ihr eigener Stil, der aus dem Sumpf der Moderatoren herausragt halt Seltenheitswert und trifft den Geschmack der Leute die Ars Vivendi sehen und verstehen!"
Zuschauerkommentar von "denkmal" / 08.02.09 -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
100 Gründe für Berlin
Grund Nr. 44: Ars Vivendi auf "FAB". Besser kann ehrlich kommerzielles Fernsehen nicht sein. Ein Genuss.
aus: Tagesspiegel / o9. Juni 2002 -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Vorkoster
"Besser kann kommerzielles Fernsehen nicht sein", lästerte der Tagesspiegel einmal über Manuel Werners Gastro-Sendung "ars vivendi" auf FAB. Versammelt sind diese und andere Verrisse auf der Homepage www.arsvivendi.de, auf denen (?) Manuel Werner sämtliche, ausnahmslos negative Pressestimmen zu seiner Sendung untergebracht hat. Kritik kann Manuel Werner ebenso wenig etwas anhaben, wie die Hochs und Tiefs seines Alltags. Als er wegen einer Beinverletzung ins Krankenhaus musste, moderierte er einfach vom Krankenbett aus. Seinen jodierten, nackten Fuß hielt er dabei appetitanregend direkt in die Kamera.
aus: TIP / 12. Januar 2006 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Kunst des Überlebens
Viel FAB, viel Ehr': Der Metropolensender "Fernsehen aus Berlin" wird zehn Jahre alt .... da fällt treuen FAB-Zuschauern nur ein Gesicht ein. Es gehört Manuel Werner, dem Restaurantkritiker von "ars vivendi", dem "TV-Magazin der Top-Gastronomie". Was soll man an der mit Abstand beliebtesten Sendung zuerst loben? Den Sachverstand, mit dem Werner nicht nur das kulinarische Angebot, sondern auch das "önologische" präsentiert. Die originelle Restaurantwahl, die die Perlen abseits der bekannten Viertel sucht, etwa das "Albergo" in Schönefeld "direkt am Flughafen"? Den Stil, der geschliffen und doch bescheiden ist? Über sich selbst spricht der Moderator nur in der dritten Person: "Der Berichterstatter folgte der Einladung von Magdalena, einer sehr charmanten und attraktiven Repräsentantin." Überhaupt, die Frauen: Der Gourmet, der mit seinem feschen Schnäuzer und dem kaufreudigen Kiefer ein bisschen aussieht, als gehöre er in eine k.u.k. Uniform, wählt nicht nur Weine mit Bedacht, sondern auch die Begleitung. "Der Berichterstatter hatte alsdann das große Vergnügen, mit Miss Albergo zu Tisch zu sitzen", ergänzt er. Und während er noch sein "carpaccio trio von Lachs, Rind und Gänsebrust" verspeist und Magdalena in der Farfalle stochert, blendet er eine Traumsequenz ein, die ihn mit der aparten "Miss Albergo" Arm in Arm beim Tanz zeigt. Wo sonst in Berlin finden wir noch solche Lebensfreude?
aus: FAZ / 1. Februar 2001 ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ein Genuss
Dienstagabend, vor dem Fernseher, zappend, gähnend. Doch da ist sie wieder, die Lieblingssendung aller TV-Süchtigen der Stadt: die Gastronomie-Show "ars vivendi" auf "FAB". Liebe Grimmepreis-Jury, dieser Moderator hätte eine Auszeichnung verdient!
aus: Tagesspiegel / 31. März 2002 --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Aus den Tiefen des Magens
Mit einer Mischung aus Stolz und Fassungslosigkeit schaut der Televisor auf seine Stadt, seit er das in ihr gedeihende Regionalfernsehen entdeckt hat. Natürlich nicht das importierte TV.B. Sondern FAB. Und dort auch nicht die in Echtzeit übertragenen Seidenmalkurse oder die Reisemagazine im Stil des Offenen Kanals. Sondern einzig "ars vivendi". Die mutmaßlich einzige Feinschmeckersendung der Welt, in der der Gastgeber sich nicht einmal durch eine Lebvensmittelvergiftung davon abhalten läßt, vom gedeckten Tisch eines teuren Lokals aus zu moderieren. Und dabei die ganze lange Anmoderation ausschließlich seinem verdorbenen Magen widmet ("Nachts an irgendeinem Imbiss Meeresfrüchte gegessen. Wie das so ist. Ich dachte mir schon, ob die wohl noch gut sind. Hätte meinem Instinkt vertrauen müssen."). Der Mann ist groß, und er heißt Manuel Werner. Nach dieser Beichte stößt er vor laufender Kamera auf, um minutenlang mit gequältem Blick vor sich hin zu starren und schließlich - mit Tränen in der Stimme - hervorzudrücken: "Entschuldigen Sie, mein Magen." Das meint der ernst. Dann wird Werner vom ersten Einspielfilm erlöst. Diese Beiträge sind das wichtigste an "ars vivendi". Sie werden vom Meister selbst vertont, und selbstverständlich spielt er darin stets die Hauptrolle. (....) Jede Ausgabe von "ars vivendi" wird, wie alle FAB-Produktionen, ständig wiederholt. Darum wird der Televisor noch oft die Juni-Sendung mit dem verdorbenen Magen sehen und Manuel Werners Genesung live beiwohnen. Hatte er noch unwürdige Szenen befürchtet, als die nichts ahnende Servicekraft ausgerechnet einen Teller mit Meeresfrüchten abstellte, schaffte Werner nach zwei weiteren Einspielern sogar den Nachtisch. An der knapp gehaltenen Abmoderation erkannte der Televisor aber, dass der Mann noch immer litt. Denn in Bestform gelingen dem Meister Szenen von geradezu Beckettscher Absurdität. Etwa in der Aprilsendung. Aus ihr verabschiedete sich der Gastgeber mit den Worten: "Die nächste Sendung sehen Sie am 18. Mai. Übrigens mein Geburtstag. Und der von Thomas Gottschalk. Wirklich wahr. Aber ich war zuerst da." Die Kamera schwenkt ab, Schnitt auf ein Parkhotel, Manuel Werners Stimme resigniert aus dem Off: "Ich bin ein Jahr älter. Aber wen interessiert das schon?" Seither weiß der Televisor: Manuel Werner ist groß. Für ihn lässt er jede EM-Übertragung sausen.
aus: TIP / 22. Juni 2000 ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der Geschmacksverstärker
Manuel Werner zeigt auf FAB eine Gastro-Show. Restaurantkritiker ist er allerdings nicht.
Berlin, im Januar. Warum Mittelalter? hatte er den Besitzer gefragt. Und der hatte zurückgegeben: Weil das die Leute jetzt so haben wollen. Die Handwerker ziehen noch die letzten Schrauben fest, montieren Haken für die Kampfäxte, als er herein kommt. Ein Mann mit silbergrauem haar, hellen Augen und einem Schnauzbart, den er trägt, seit das Barthaar gewachsen ist. Die Kamera folgt ihm durch den Raum, vorbei an dem künstlichen Brunnen, an den Rüstungen, an dem elektrischen Kerzengeflacker der eisernen Leuchter. Er lässt den Blick über die Wände streifen, nickt wohlwollend in die Weite und lächelt schließlich der Kellnerin zu, die schüchtern und in ein Dirndl gekleidet zwischen Tischen steht. Würde er richten, könnte er hier, zwischen Schwertern und Lanzen, gut der Henker sein. Aber Manuel Werner richtet nicht. Er bringt wirtschaftlichen Aufschwung für alle. Es ist schwer, in der heutigen Fernsehzeit ein Original zu bleiben. Manuel Werner hat es wohl geschafft. Sein Auftritt hat etwas entrückt Unzeitgemäßes. Der Schnauzbart, unter dem ein immer währendes Lächeln sitzt wie festgewachsen, verleiht seinem Gesicht einen verdächtigen Ausdruck. Seit zehn Jahren gibt es "FAB - Fernsehen aus Berlin". Es ist ein kleiner Sender mit Spartenprogramm, gefüllt mit Formaten, die die Leute einer großen Stadt eben gerne gucken sollen: eine Handwerkssendung, ein Angelmagazin und so fort. Und möglicherweise gäbe es weniger Menschen, die außer beim Zappen auf dem Programmplatz hängen blieben, würde nicht gelegentlich Manuel Werners Antlitz auf dem Bildschirm erscheinen, unterlegt mit einer sphärischen Stimme, die sich immer so befriedigt anhört, als habe der Sprecher gerade ein köstliches Sinneserlebnis hinter sich gebracht. "ars vivendi" heißt die Sendung, mit der Manuel Werner zur einzigen Identifikationsfigur von FAB geraten ist. Es geht darin um Speisen und Getränke und Lebensart. Manuel Werner ist 52 Jahre alt. Die Sendung, die im Monat etwa zwanzig Mal wiederholt wird, hat im Schnitt 400 000 Zuschauer. An diesem Abend eröffnet die "Alte Burgschänke" in der Albrechtstraße in Berlin-Mitte, und der Betreiber wünscht sich eine Empfehlung. Manuel Werners Lobesrepertoire reicht von "hervorragend, exzellent, wunderbar" über "meisterlich" bis zu "ohne Fehl und Tadel" Restaurants, die in "ars vivendi" besprochen werden, haben kurze Zeit später volles Haus. Niemals wird eines negativ bewertet. "Das könnte ich gar nicht", sagt Manuel Werner. "Wenn ich das einmal mache, können die dicht machen. Geschulte ars vivendi-Gucker hören zwischen die Zeilen. Ob ich sage: das hervorragende Lammfilet oder nur: das Lammfilet." In der "Burgschänke" wird eine Pastete mit Wildragout und eine Lammhaxe zum, wie Manuel Werner sagen würde, fairen Preis von 22,5o Mark gereicht. Die Kellnerin muss mehrmals an den Tisch eilen, um den Teller kameragerecht zu servieren. Manuel Werner setzt dann die Brille auf und beguckt das Gericht mit Drehungen von allen Seiten, während Ingo, der Kameramann, mit dem Objektiv jeden Tropfen aufsaugt. (....) Sein Produktionsteam besteht aus drei Leuten: dem Kameramann, der Tonfrau und ihm. Er sei nun mal kein Teamplayer, sagt Manuel Werner, und am liebsten täte er alles alleine. (...) Glaubwürdigkeit scheint im häufiger zum Problem zu werden. Als er einmal spielte, er sei während einer Restaurantkritik ganz betrunken geworden, schrieben ihm die Zuschauer wütende Briefe. Einer schimpfte sogar: "Herr Werner passt nicht mehr in die Sendung, weil er dem Anspruch und Niveau, das die Sendung vermitteln will, nicht entspricht." Oder Menschen, die ihn auf der Straße ansprechen: "Herr Werner, ich habe Sie in der Nacht schon wieder essen sehen. Wie machen Sie das nur, dass Sie so schlank bleiben?" Er habe keine Lust, den Leuten zu erklären, dass die Sendung häufig wiederholt wird, sagt er. Ansonsten joggt er viel. Beide Eltern sind Schauspieler. Er sollte etwas Besseres werden, also zog er nach Berlin, um Kameramann zu lernen. Anschließend studierte er Publizistik und Soziologie. "Ich wollte schon in die Branche. Aber nicht vor die Kamera, sondern dahinter." Was davor geschehen konnte, hatte sein Bruder Marcel vorgelebt, der den frühen Erfolg aus der "Tatort"-Episode "Nachtfrost" nicht verkraften konnte und sich, 34 Jahre alt, zu Tode trank. Die Mutter, die Manuel Werner als liebvolles, aber ungestümes Wesen beschreibt, lebte nach der Trennung vom Mann mit dem Schauspieler Hansjörg Felmy auf Amrum. (...) Er sagt, er sei immer mit Schauspielern zusammen gewesen. "Vielleicht genieße ich es deshalb so sehr, in meiner Sendung in verschiedene Rollen zu schlüpfen." Er erfindet Geschichtchen um seine Gänge in Restaurants, die er privat wohl niemals betreten würde. Es soll aussehen, als sei die Show ein Spiel und kein Geschäft. Aus einem mexikanischen Lokal torkelt er umnebelt von Tequila heraus und zerbricht das neuerworbene Indio-Geschirr, in die "Alte Burgschänke" gerät er zufällig vor einem Theaterbesuch und bleibt dort, vor lauter Met im Kuhhorn zum Maßlosen geworden, stattdessen hängen. Eine große Karriere im Fernsehgeschäft habe er nie gewollt, sagt er. "Sicher gab es das eine oder andere Angebot. Aber ich muss doch meinem Sender treu bleiben. Was wäre anders, wenn ich große Karriere gemacht hätte? Vielleicht wäre ich heute sehr unglücklich. Ich will mir von niemandem reinreden lassen." (...) Seine Karriere ist klein, aber der Verkaufserfolg gibt Manuel Werner recht. Die Restaurantbetreiber buhlen um seine Gunst, weil die auch der einfachsten Gaststätte Kunden einbringt. Und die Zuschauer folgen seinen Empfehlungen kritiklos, bis zur Enttäuschung. Er bekomme viele Zuschriften, sagt er, mehr als je zuvor. Auch Beschwerden. Ein Professor war dem Hinweis in ein gutbürgerliches Haus gefolgt und wurde von der erdigen Küche enttäuscht. "Warum nur?", fragt Manuel Werner. "Ich habe das bestimmt nicht als Gourmet-Lokal verkauft." Den Bericht über die "Burgschänke" schneidet Manuel Werner so zurecht, dass das Mittelalterlokal wie ein herrliches Erlebnisrestaurant aussieht. Wenig später läuft die Sendung. Es ist schwer, darin kritische Ansätze zu entdecken. Manuel Werner, der für alle ein freundliches Wort übrig hat, beschreibt mit schmeichelnder Stimme die Einrichtung und das, was auf den Tellern lag. Immerhin: Über den Geschmack des Essens in der "Burgschänke" verliert er diesmal kein einziges Wort.
aus: Berliner Zeitung / 3. Januar 2001 --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Von Kennern für Kenner
Zurück aus der Sommerpause darf es etwas Einmaliges sein - ein Mahl mit TV-Gastrokritiker Manuel Werner
Niemand berichtet schöner über die Restaurants Berlins als Manuel Werner vom FAB. In seiner Sendung "ars vivendi" werden keine Kritiken vom Stapel gelassen. Nein, jeder Bericht erzählt eine schöne Geschichte, die zufällig in einem Lokal spielt. Mit diesen Geschichten hat Werner eine große Fangemeinschaft gewinnen können., schließlich wird jede "ars vivendi"-Sendung in vier Wochen 16-mal ausgestrahlt. Dank der ständigen Wiederholungen erscheint der Moderator, Regisseur, Autor, Cutter, Produzent und mitunter auch Kameramann mit dem silbernen Haarschopf, dem Schnauzbart und der gepflegten Ausdrucksweise als omnipräsente Raupe Nimmersatt des Lokalfernsehens.
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Mehr Frauen als Rolf Eden Weil allein speisen jedoch trist sein kann, lässt er sich gern von Damen begleiten - mit dem Ergebniss, dass man ihn im Laufe der zehn Jahre, die "ars vivendi" läuft, schon mit mehr Frauen als Rolf Eden gesehen hat. Einige der Damen sind TV-tauglicher als andere, alle aber scheinen den Abend mit Herrn Werner zu genießen. (.....) Der Abend endet kurz nachdem die Scheinwerfer ausgeschaltet werden. Schade, ich hatte mir immer vorgestellt, Werner und die Tischpartnerin würden nach Drehschluss noch die große Sause machen. dass es so aussieht, ohne so zu sein, spricht wohl für die Erzählkunst des Moderators. Auch deswegen sei die Sendung gern empfohlen.
aus: TAZ / 04. September 2007 |