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MS Azores / Teil 1

Kreuzfahrt mit persönlicher Note

MS AZORES - traditionelles Kreuzfahrtschiff mit einer wechselvollen Geschichte. Gebaut im Jahr 1946 als Passagierschiff STOCKHOLM fährt es heute noch, wenn auch unter anderem Namen, und ist somit das am längsten im Dienst befindliche Transatlantikschiff der Welt. 1956 kollidierte die STOCKHOLM mit dem italienischen Luxusliner ANDREA DORIA auf dessen Weg nach New York. Während die STOCKHOLM mit Schäden am Bug davonkam, bekam die ANDREA DORIA Schlagseite und sank. 46 Menschen starben, 1.660 konnten aber gerettet werden. 1960 kam das Schiff dann in den Besitz der Deutschen Demokratischen Republik und war bis 1985 unter dem Namen MS VÖLKERFREUNDSCHAFT als Einklassenschiff des FDGB unterwegs. Es war sozusagen das „DDR-Traumschiff“. Danach fuhr es auch für Neckermann-Seereisen und war zuletzt bekannt als MS ATHENA. Der stolze Liner gehört heute einer portugiesischen Reederei, fährt aber unter der Leitung des Berliner Kreuzfahrt-Unternehmens AMBIENTE.
Die Bordsprache ist deutsch und das Personal bestens geschult. Über 250 Crewmitglieder aus 20 Nationen kümmern sich um die maximal 550 Bordgäste. Die Anzahl der Passagiere ist also überschaubar und allein das macht sich im Bordalltag positiv bemerkbar. „Reisen mit persönlicher Note“ lautet ja auch das Credo des Veranstalters und das bedeutet in erster Linie, dass der Gast hier noch Mensch und keine Nummer ist. Die MS AZORES ist ein Traditionsschiff, wie man es heute nur noch selten auf den Weltmeeren findet.
Vieles wurde gründlich renoviert und verbessert, wobei aber das Flair der guten alten Zeit erhalten blieb. Gerade das macht ja auch den besonderen Charme dieser stolzen Lady aus. Die elegante Inneneinrichtung glänzt heute mit edlen Materialien wie Marmor; Glas, Holz und Messing. Die drei Außendecks samt umlaufender Promenade sind teilweise mit Teakholz belegt und bieten viel Platz und ausreichend viele Liegestühle zum entspannen und sonnenbaden. Die frühmorgendliche Handtuch-Reservierung ist hier also unüblich, weil überflüssig. Das Ein-Klassen-Konzept der früheren „MS Völkerfreundschaft“ mit Hochbetten in allen Kabinen ist einem System unterschiedlicher Standards gewichen – von komfortabel bis anspruchsvoll. Zur Standard-Ausstattung gehören Bordradio und Satellitentelefon sowie der Empfang deutscher und internationaler Fernsehprogramme. Von den ca. 220 Außenkabinen verfügen alle über Minibar, Safe und Seeblick, einige auch über Jacuzzi-Wannenbäder. Die größeren und exklusiveren Penthouse-Suiten auf dem obersten Kabinendeck zudem über nicht einsehbare Balkone.
Auf den insgesamt sieben Innen- und Außendecks verteilen sich auch die zahlreichen öffentlichen Bereiche mit einer Duty Free-Boutique, einem Wellness-Bereich mit Sauna, Fitnessraum, Massagen und Friseur. Zudem gibt es ein Kino, eine Bibliothek und für alle Fälle ein Bordhospital. Freunde guter Zigarren und hochwertiger Spirituosen treffen sich im „Captain-Cigar Club“ und Nachtschwärmer zum Abtanzen im separaten „Beat-Club“. Und wer richtiges Geld verlieren oder auch gewinnen möchte, der kann sein Spielglück im Spielcasino am Roulette- oder Black Jack-Tisch bzw. an zahlreichen Slot Machines herausfordern.
Zum gastronomischen Bereich gehören neben drei Bars auch drei Restaurants: ein großes a-la-carte-Restaurant, ein Büffet-Restaurant mit Zugang zum Außendeck und ein kleines exklusives Steak House für den verwöhnten Fleischesser. Mittag- und Abendessen werden in einer Sitzung, wie es in der Fachsprache heißt, eingenommen, d.h. alle Passagiere haben eine gemeinsame Tischzeit. Manche wünschen sich einen Tisch für sich allein, andere schließen schnell Bekanntschaft in größerer Runde. Der Service ist schnell und kompetent und die servierten Speisen erfüllen durchaus die Ansprüche verwöhnter Gaumen.
Das allabendliche Unterhaltungs-Programm in der großen Show-Lounge ist anspruchsvoll und abwechslungsreich mit bekannten deutschen und internationalen Künstlern. Von landestypischem portugiesischem Fado-Gesang über deutsche Comedy mit dem Kabarettisten Michael Sens bis hin zu sangesstark vorgetragenen Opern- und Operettenmelodien, begleitet von Solomusikern und der bordeigenen Allegro Band.
Und wer noch immer dem überholten Klischee anhängt, dass eine Kreuzfahrt eine ziemlich schnarchige Unternehmung müder Rentner sei, der wird zu später Stunde in der Bord-Disco mit dem bezeichnenden Namen „Beat Club“ eines Besseren belehrt… zu der Musik von den Rolling Stones und anderen Giganten der 70er Jahre hotten hier die Best Ager wie in ihren besten Teenager-Zeiten…
An der MS AZORES zeigt sich, dass es eben nicht die pure Größe ist, die den Wert und den Charme eines Schiffes ausmachen. Es sind vielmehr die vielen kleinen Details, die alles zu einem harmonischen Ganzen fügen.

Direktion: Axel Schmidt / AMBIENTE Kreuzfahrten
Adresse: Stresemannstr. 30, 10963 Berlin-Mitte
Telefon: Tel. 030 – 81 40 50 500
Internet: www.ambiente-kreuzfahrten.de